Am Samstag, 26. Juni  liefen 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stolz und glücklich nach knapp 17 Stunden Marschzeit auf dem Gotthardpass ein. Bei idealem Laufwetter und unter Einhaltung von bestimmten Bedingungen konnte der Wanderanlass trotz Corona-Virus durchgeführt werden.

Dank den gelockerten Restriktionen und einem eigens erarbeiteten Schutzkonzept, konnte für den 19. Gotthardmarsch grünes Licht gegeben werden. Paul Dubacher begrüsste am vergangenen Samstagmorgen 127 gut trainierte und motivierte Personen in Altdorf zum Gotthardmarsch. Bereits um 01.15 Uhr versammelte sich die Gruppe beim Telldenkmal, wo die Busse der AUTO AG URI und der Gepäcktransport bereitstanden. Nach einer ruhigen Fahrt nach Seelisberg, bei der man nochmals auf die geltenden Mindestabstände aufmerksam machte und an die Eigenverantwortung appellierte, nahm die Gruppe das erste Teilstück pünktlich um 02.30 Uhr in Angriff. «Die Dunkelheit macht den ersten Abschnitt des Gotthardmarsches gleich zu einer Herausforderung, die viel Konzentration verlangt. Entsprechend gross ist jeweils die Erleichterung, wenn alle gut in Bauen angekommen sind», so Paul Dubacher der mittlerweile jeden Meter der Strecke kennt. Das Laufwetter war vom Start in Seelisberg bis zum Gotthard perfekt und motivierte zusätzlich.

Engagiertes Begleitteam

Damit die Wandernden ihre Verpflegung und Ersatzkleidung nicht mittragen müssen, sorgt ein Begleitteam für einen Gepäcktransport. Insgesamt hievt das eingespielte Team an den neun Streckenposten über den Tag zusammengerechnet gute 20 Tonnen Gepäck aus den Kleinbussen und wieder rein. Sie halten zudem ein waches Auge auf die Teilnehmenden und motivieren zum Weitermarschieren. «Auch für mich ist die Strecke kein Zuckerschleck und so bin ich froh um das eingespielte Begleitteam, welches am Eventtag für den reibungslosen Ablauf sorgt», meint Dubacher. In den ersten Jahren wartete jeweils ein einziges Begleitauto in Amsteg. Mittlerweile ist das Helferteam auf über 20 Personen angestiegen. Im Vorfeld wird der Anlass von Paul Dubacher minutiös vorbereitet. Neben der Zustandsüberprüfung der Strecke werden diverse Organisationen wie Polizei, Sanität, Begleitarzt und Rega über die Durchführung mit einem Zeitablauf informiert.

Wahrer Kraftakt mit besonderem Gruppengefühl

In den kurzen Pausen von jeweils 15 Minuten ist taktisches Schuhwechseln sowie Trinken und Essen gefragt. Eine gute Vorbereitung und die richtige Verpflegung unterwegs sind neben dem Durchhaltewillen das A und O beim Gotthardmarsch. Auf der Strecke wurden die Läuferinnen und Läufer zusätzlich von einer Trychlergruppe, unter der Leitung von Robert Indergand, angefeuert. «Der Trychlerklang spornte uns zusätzlich an», meinte Paul Dubacher dankend. Spätestens ab Andermatt spüren die Teilnehmenden die Strapazen und die Verletzungsgefahr steigt. Zur Sicherheit der Wandernden und zur mentalen Unterstützung warten in Andermatt Mitglieder des Samaritervereins auf die Wandergruppe. Wiederum konnte der Marsch ohne Zwischenfälle beendet werden. «Die Stimmung unter den Teilnehmenden ist trotz des enormen Kraftakts jeweils sensationell» schwärmt Dubacher und lobt das besondere Gruppengefühl.

Wer tut sich sowas an?

Der Wanderanlass ist seit Jahren weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt und ist sehr beliebt. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden hat den Marsch schon mindestens einmal absolviert. «Der Grossteil der Wandergruppe stammt aus der Zentralschweiz. Es reisen aber auch Personen von weiter her an, wie zum Beispiel aus Genf», so die Urner Wanderlegende. War der Gotthardmarsch in den ersten Jahren eine reine Männersache, nehmen immer mehr Frauen am Wanderanlass teil. In den letzten Jahren waren sie sogar in der Überzahl. Auch was das Alter betrifft war die Gruppe sehr durchmischt. «Ich freue mich, dass am Samstag sehr viele junge Frauen und Männer an der Wanderung dabei waren», freut sich der 75-jährige Wanderleiter, der selbst zu den ältesten Teilnehmern zählt.

Ein grosses Helferteam ermöglicht den Wanderanlass

120 stolze Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen kurz nach 18.30 Uhr auf dem Gotthardpass ein und durften ein Diplom entgegennehmen. Aufgrund von Umbauarbeiten am Hospiz konnte das Abschlussessen leider nicht im Hotel genossen werden. Als Ersatz für die Stärkung am Etappenziel wurde die Gruppe mit grossem Engagement von der Familie Püntener verpflegt, welche auch auf der gesamten Strecke die Gruppe hervorragend verköstigt hat. «Vreni Püntener und ihre Familie hat uns grosszügig verköstigt und uns für die letzten Kilometer gestärkt. Egal ob Bouillon, Gemüsesuppe, Sportlerstollen oder Kaffee, dies gab Energie für den anspruchsvollen Marsch», bedankt sich Dubacher bei der langjährigen Helferin und ergänzt: «auch Gusti Schädler gebührt ein grosser Dank für die Verköstigung in Wattingen.» Sie und viele weitere Helferinnen und Helfer machen den Wanderanlass erst möglich. Allgemein wird dem Gotthardmarsch grosses Wohlwollen entgegengebracht und die Teilnehmenden loben die perfekte Organisation und das Zusammenspiel aller beteiligten Parteien. Darum ist klar, der nächste Gotthardmarsch findet auch im 2022 statt.